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Warum es echt.erleben gibt

Die Story hinter dem einmaligen Konzept

Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der wir draußen waren, bis es dunkel wurde – im Wald, auf Wiesen, an Bächen. Niemand hat uns gesucht.

Wir kamen bei Dämmerung nach Hause, mit dreckigen Schuhen und roten Wangen.

Zu Hause gab es ein Telefon.

Mit Wählscheibe.

Und einem langen Kabel.

 

Der Anschluss war meistens im Flur.

Aber das Kabel reichte bis ins Wohnzimmer, manchmal sogar bis ins Kinderzimmer.

Man saß beim Telefonieren auf dem Boden oder auf dem Bett und zog das Kabel hinter sich her, damit die Eltern nicht alles mithören konnten.

 

Wenn wir jemanden anrufen wollten, dann haben wir gewählt.

Ziffer für Ziffer.

Langsam.

Bewusst.

 

Und manchmal haben wir gar nicht von zu Hause angerufen, sondern aus der Telefonzelle.

Diese gelben Kästen an der Straße.

 

Man hatte 10 oder 20 Pfennig dabei.

Hat sie eingeworfen.

Und angerufen, um zu sagen, wo man ist.

Oder dass man abgeholt werden möchte.

 

Telefonieren war kein Dauerzustand.

Es war etwas Besonderes.

 

Abends wurde manchmal der Fernseher aufgebaut.

Ein kleiner Schwarz-weiß-Fernseher.

Mit zwei ausziehbaren Antennen.

 

Er stand nicht einfach da.

Er wurde auf ein Klapppodest gestellt, meist gegen sechs Uhr.

Und dann begann das Ritual.

 

Frequenz suchen.

Antennen drehen.

Noch ein bisschen nach links.

Jetzt ist das Bild da – oder voller Schnee.

 

Beim WDR lief die Sesamstraße.

Und je nach Wetter draußen war das Bild klar oder flackerte.

Aber das war egal.

 

Wir saßen zusammen davor.

Und haben geschaut.

 

Fernsehen war kein Dauerrauschen.

Es war ein gemeinsames Ereignis.

 

Und irgendwann hatte der Erste von uns eine Uhr.

 

Eine Swatch.

Oder eine Casio-Digitaluhr.

 

Plötzlich konnten wir die Zeit ablesen. Zum ersten Mal.

Und bei der Swatch ging es weniger um die Uhrzeit als um die Armbänder. Wilde Farben. Durchsichtig. Neon. Man hat sie gewechselt, je nach Laune.

Zeit war etwas Neues – aber sie hat uns noch nicht beherrscht.

 

Es gab damals auch noch Kioske.

Keine Spätis. Richtige Kioske.

 

Man bekam 50 Pfennig von den Eltern.

Und mit diesen 50 Pfennig ging man los und kaufte sich eine gemischte Tüte.

Und für 50 Pfennig war diese Tüte voll.

 

Cola-Fläschchen. Gummibärchen. Brausepulver. Lakritz.

Und wenn man etwas gekauft hatte, dann hat man es nicht für sich behalten.

Man hat geteilt.

Mit Freunden. Mit denen, die gerade da waren.

 

Wir hatten damals auch unser Social Media.

 

Es hieß Bravo.

 

Manche durften sie kaufen, andere nicht.

Bei manchen war sie verboten – so wie Bud-Spencer-Filme bei einigen auch.

Aber wenn jemand eine Bravo hatte, dann wurde sie nicht allein gelesen.

 

Wir saßen zusammen.

Haben geblättert.

Die Bilder angeschaut.

Die Geschichten gelesen.

Den Dr.-Sommer-Teil heimlich überflogen.

 

Eine Zeitschrift – für viele.

Nicht jeder für sich, sondern alle zusammen.

 

Kurz danach hatte einer von uns plötzlich einen Gameboy.

Und wir saßen zu fünft oder sechst um dieses kleine graue Gerät herum.

Der Bildschirm schimmerte grünlich.

Einer spielte. Alle anderen schauten zu.

Tetris. Super Mario.

 

Es ging nicht ums Gewinnen.

Es ging darum, zusammen dazusitzen.

 

Und wenn es geregnet hat, sind wir zu dem gegangen, der einen Computer hatte.

Einen C64.

 

Wir saßen gemeinsam im Wohnzimmer.

Auf dem Boden. Auf dem Sofa. Auf Stühlen, die irgendwoher zusammengesucht waren.

Wir haben Spiele gespielt wie Vermeer, The Great Giana Sisters, Summer Games oder Winter Games.

Einer an der Tastatur, die anderen daneben.

Kommentare. Gelächter. Diskussionen.

 

Es war nie jeder für sich.

Es war immer gemeinsam.

 

Keine Displays, keine Push-Nachrichten, keine ständige Erreichbarkeit.

Wir hatten Zeit. Raum. Fantasie.

 

Wir waren draußen.

Im Wald, auf Wiesen, an Bächen. Mit Taschenmessern in der Hosentasche, mit schmutzigen Händen, mit aufgeschlagenen Knien. Wir haben geschnitzt – und uns auch mal geschnitten. Wir haben gelernt, dass Fehler dazugehören. Dass man hinfällt, aufsteht und weitermacht.

 

Wir sind gewandert, ohne zu wissen, wie viele Kilometer es sind.

Wir sind Fahrrad gefahren – ohne Motor, ohne Akku, ohne Ziel.

Wir haben im Wald übernachtet, im Schlafsack, manchmal einfach unter freiem Himmel.

Mit Freunden, mit Fremden, mit Gesprächen, die länger dauerten als der Tag.

 

Wir hatten wenig – aber wir hatten genug.

Und vor allem hatten wir dieses Gefühl: Das Leben passiert jetzt.

 

Diese Zeit hat mich geprägt. Mehr als jedes Studium, jeder Titel, jedes Projekt.

 

Später wurde das Leben komplexer. Strukturierter. Leistungsorientierter.

Schule lief nicht geradlinig, zweimal rausgeflogen, Umwege gemacht. Das Abitur nachgeholt. Studium begonnen. Währenddessen Verantwortung übernommen, Kinder bekommen, weitergemacht. Studiert, promoviert.

 

Nicht, weil es einfach war – sondern weil Aufgeben nie wirklich eine Option war.

 

Ich habe Karriere gemacht, international gearbeitet, lange Zeit in Asien, Südamerika und den USA verbracht. Ich kenne die Welt der Effizienz, der Ziele, der Kennzahlen. Ich weiß, wie sich Erfolg anfühlt – und wie viel Energie er kostet. Ich habe mich selbstständig gemacht, Risiken getragen, Firmen aufgebaut und verloren. Projekte sind gescheitert. Ich bin wieder aufgestanden.

 

Mehr als einmal.

 

Es gab Phasen mit sehr viel Geld. Und Phasen mit fast keinem.

Und irgendwann kam diese leise Erkenntnis:

Je mehr ich hatte, desto weiter entfernte ich mich von dem Gefühl, das mich früher glücklich gemacht hat.

 

Das große Haus hatte über 1.200 Quadratmeter. Beeindruckend.

Genutzt habe ich einen Bruchteil davon. Der Rest wurde Stauraum für Dinge, die ich nicht brauchte. Besitz sammelte sich an – und mit ihm Verantwortung, Wartung, Druck.

 

Also habe ich es verkauft. Schulden getilgt.

Und mir auf meinem eigenen Grundstück etwas Neues gebaut. Klein. Funktional. Selbst gemacht. Alles verstanden. Alles reparierbar. Weniger Fläche – aber deutlich mehr Freiheit.

 

Ähnlich war es mit Autos. Jahrelang leistungsstark, prestigeträchtig, technisch bis an die Grenze. Und erstaunlich oft in der Werkstatt. Irgendwann habe ich mich für ein kleines, einfaches Auto entschieden. Weniger PS. Weniger Elektronik. Dafür ehrlich, robust, zuverlässig.

 

Ich bin damit bis nach Sardinien gefahren. Voll bepackt.

Langsamer vielleicht – aber entspannter.

Und ich bin genauso angekommen.

 

Am tiefsten habe ich diesen Wandel auf dem Wasser gespürt.

 

Ich bin viele Jahre Motoryacht gefahren. Immer größer, immer schneller, immer teurer. Beeindruckend – aber laut, hektisch, durchgetaktet. 2025 habe ich Segeln gelernt. Innerhalb einer Woche. Und plötzlich war alles anders.

 

Gleiche Strecken. Gleiche Orte.

Aber Stille. Wind. Zeit. Wahrnehmung.

 

In meiner fünften Segelwoche bin ich allein unterwegs gewesen. Einhand.

Vier Tage Sturm, extremer Wind, hohe Wellen. Es war kalt, nass, anstrengend.

Und gleichzeitig eines der intensivsten Erlebnisse meines Lebens.

Nicht wegen der Herausforderung – sondern wegen dieses Gefühls, wieder ganz bei mir zu sein.

 

Wie früher.

 

Und genau da schließt sich der Kreis.

 

Denn dieses Gefühl, das uns heute so unvermittelt trifft, wenn wir alte Bilder aus den Achtzigern oder Neunzigern sehen, ist kein Zufall. Es ist Erinnerung an eine Zeit, in der wir mit ganz einfachen Dingen glücklich waren.

 

Wir erinnern uns daran, wie wir mit schmutzigen Füßen nach Hause gekommen sind.

Wie wir im Wald geschnitzt haben – und uns auch mal geschnitten haben.

Wie wir gewandert sind, ohne App, ohne Ziel.

Wie wir Fahrradtouren gemacht haben, bis die Beine müde waren.

 

Wir erinnern uns an Urlaube, in denen wir fremde Kinder kennengelernt haben.

Ein kurzer Blick, ein Wort – und plötzlich war man den ganzen Tag zusammen unterwegs.

Manche passten sofort, andere weniger. Und trotzdem hat man zusammen gespielt.

 

Wir erinnern uns an das erste Bauchkribbeln.

An diesen einen Abend mit einem Menschen, der uns wichtig wurde.

An einen einsamen Strand.

An warmen Sand unter dem Rücken.

An Sterne über uns.

An Gespräche, die leise wurden, weil sie nicht laut sein mussten.

 

Wir sind einfach ins Wasser gesprungen.

Ohne zu überlegen, wie tief es ist.

Ohne zu wissen, was unter uns ist.

Wir haben vertraut – dem Moment, dem Leben, uns selbst.

 

Heute sind wir vorsichtiger.

Wählerischer.

Schneller genervt.

 

Wenn uns jemand zu viel redet, blocken wir ab.

Wenn uns jemand nicht liegt, ziehen wir uns zurück.

Wenn etwas unbequem wird, vermeiden wir es.

 

Und genau deshalb sind diese Erinnerungen heute so stark.

 

Weil wir spüren, dass wir dieses Gefühl nicht verloren haben –

sondern verlernt.

 

Auf einem Segelboot kommt vieles davon zurück.

 

Nicht, weil es romantisch ist.

Sondern weil es Raum dafür gibt.

 

Man lebt zusammen – auf einem Boot.

Man muss sich nicht lieben.

Aber man lernt, Unterschiedlichkeit anzunehmen.

 

Man kann sich zurückziehen.

Auf den Bug setzen.

Im Heck liegen.

Im Salon lesen.

 

Und man findet sich wieder.

Beim Essen.

Beim Lachen.

Beim Sonnenuntergang.

 

Man sitzt abends zusammen, barfuß, vielleicht noch mit Salz auf der Haut.

Die Beine schmutzig.

Die Haare zerzaust.

Ungeschminkt und trotzdem schön.

 

Wie früher.

 

Man springt ins Wasser.

Nicht mehr von der Luftmatratze –

sondern von einem Segelboot.

 

Man ist nicht mehr zwanzig.

Aber man fühlt sich wieder lebendig.

 

echt.erleben ist kein Zurück in die Vergangenheit.

Es ist eine Einladung, sich an das zu erinnern, was uns geprägt hat –

und es bewusst wieder ins Heute zu holen.

 

Nicht perfekt.

Nicht glatt.

Nicht optimiert.

 

Sondern echt.

 

Nicht später.

Nicht irgendwann.

 

Jetzt.

Ich bin Euer Reiseleiter

Ich bin Martin, Jahrgang 1977 und seit 2004 in Kroatien unterwegs. Früher mit dem Zelt zum Tauchen, dann viel mit dem Wohnmobil und seit 2017 als Skipper mit dem Boot auf dem Wasser. Segeln ist nicht nur Erleben, sondern auch eine Art Mindset. Und das möchte ich Euch näher bringen.

Auf Komfort und Annehmlichkeiten sollt ihr dabei nicht verzichten, sondern Euch wirklich auf das echte Erleben von Freiheit und Genuss konzentrieren. Sei es ein Bucht mit türkisem Wasser, ein paar Stunden auf dem Bug während der Fahrt oder einen Sternenhimmel, den ihr so noch nicht gesehen habt.

Die Bilder und Videos auf der Seite sollen Euch einen Eindruck vom Segeln geben. Und bitte lasst Euch nicht von den Videos im Sturm verunsichern. Es soll Euch nur zeigen, dass ich auch solche Situationen "Einhand" gemeistert habe.

Ich freue mich Euch diese Erfahrungen, die ich in über 20 Jahren in Kroatien gesammelt habe, weiterzugeben.

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